Impressionen

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Die Geschichte

Amberg im Jahr 1632

Friedrich V., geächteter Kurfürst von der Pfalz, böhmischer König ohne Reich, großer Verlierer der Schlacht am Weißen Berg, gelangt im Gefolge des schwedischen Kriegstrosses in die Reichsstadt Nürnberg. Als Kaufmann verkleidet begibt er sich, nur in Begleitung eines alten Kammerdieners, in seine Geburts- und vormalige Residenzstadt Amberg. Geleitet von der Ahnung seines nahen Todes und der Sehnsucht, noch einmal an den Ort glücklicher und glanzvoller Tage zurückzukehren, wird er auf dem Marktplatz Zeuge eines demütigenden Schauspiels.

Vom Volk verpönt

Eine Truppe fahrender Komödianten bringt eine derbe Mundartposse zur Aufführung, ein grellbuntes Schmähstück über den tiefen Fall des unglücklichen Winterkönigs und führt das Elend des entmachteten Fürsten als boshafte Moritat vor. Während die belustigte Zuschauermenge den Stationen des Spiels grölend Beifall spendet, muss Friedrich mit ansehen, wie seine Person der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Unter enormem Leidensdruck versucht Friedrich, immer noch unerkannt, die Zerrbilder der Possenreißer zu verscheuchen. Doch seine Versuche, die wahren Ereignisse zu schildern, gehen im Gelächter der Menge unter.

Der Herbst des Winterkönigs

Seiner Würde beinahe beraubt, verlässt er eilends den Ort des Geschehens. Der Winterkönig ist endgültig im Herbst seines Lebens angekommen.Anhand dieses fiktiven letzten Besuches von Friedrich V. in Amberg zeichnet das historische Stadtschauspiel die wichtigsten Stationen in Friedrichs Leben nach, wie zum Beispiel die Vermählung mit Elisabeth Stuart und die Krönung zum böhmischen König. Reitmeiers Werk changiert dabei stets zwischen Musical und Schauspiel, prallen Volksszenen in Mundart mit derber Komik und intimen, beinahe kammerspielartigen Passagen in Hochsprache. Komponist Roger Boggasch versieht die Handlung mit einem musikalischen Leitfaden, der Musik des Frühbarocks bzw. der Spätrenaissance aus der Zeit des Kurfürsten Friedrich V. mit zeitgenössischen, modernen Stilen verbindet, und schafft so eine atmosphärische Klangkulisse von großer Wirkung.